Freitag, 16. März 2012

Unglaubliche Serie

Die EuroChallenge war für die EWE Baskets Oldenburg rückblickend eine durchaus angenehme Veranstaltung mit neun Siegen in zwölf Spielen. Für das Viertelfinale hat es leider nicht gereicht. Natürlich verfolgen wir das Geschehen aber weiter - und müssen heute Vormittag staunen über unseren Last16-Gruppengegner Roanne Basket.

Die Franzosen unter Regie von Headcoach Luka Pavicevic (Bild links: fotoduda.de) scheinen eine selten erlebte Allergie gegen Schlussminuten zu haben. Den Auftakt machte ihr Gruppenspiel in der EWE ARENA. Da lagen die Gäste mit 73:65 in Front, es waren nur noch 3:12 Minuten zu spielen. Der Rest ist bekannt: Mit einem Unsportlichen Foul durch Mamadou Diabate leitete Roanne eine unerwartete Niederlage ein.

Eine Steigerung des Ganzen gab es beim Auswärtsspiel in Ventspils: 30 Sekunden (!) vor dem Ende hieß es 73:65 (exakt wie in Oldenburg) und 24 Sekunden vor Schluss 75:67 - die Letten aber retteten sich noch in die Verlängerung und gewannen dort schließlich.

Am Donnerstag nun das gleiche Spiel: Mit noch 3:56 Minuten auf der Uhr führte Roanne mit 74:62 gegen Chalon - und kassierte eine 2:16-Serie, verlor die Partie und muss die EuroChallenge am Final Four-Wochenende nun als Zuschauer begleiten.

Für die Nerven von Luka Pavicevic könnte das sogar besser sein, als dort mit einer Hand an der Trophäe den nächsten Einbruch mit ansehen zu müssen...

Dienstag, 6. März 2012

Es geht weiter!

Es gibt Tage, die gehören im Sport dazu wie Siege und Niederlagen. Tage, an denen Dinge abseits des Parketts passieren, die im Normalfall zwar nur alle paar Jahre vorkommen, die aber - so bedauerlich das ist - zu den Wesenszügen der Sportwelt gehören. Vorgänge, die einen, wenngleich sie nichts sind im Vergleich zu echten Schicksalsschlägen, auch persönlich beschäftigen und nicht als "business as usual" aufgenommen werden können.

Am Montag wurde Headcoach Predrag Krunic beurlaubt. Die Diskussionen vor der Entscheidung in den Online-Foren füllen inzwischen Bücher, die Kommentare danach sind auf dem Weg dahin (die allermeisten mit der erfreulichen Tendenz, Predrag auch ein dickes Dankeschön für die letzten Jahre auszusprechen). Als wir heute Vormittag zu Beginn eines sehr langen Tages (heute ist das Derby gegen die Eisbären) den Rechner hochfuhren und mit als erstes unsere Facebook-Präsenz checkten, fiel uns ein alles andere als alltäglicher Eintrag auf. Ein Eintrag, der mit Leib und Seele geschrieben wurde und beweist: Es geht weiter!

Ein Dankeschön geht an Christian Ruhe, dessen Text wir hier sehr gerne veröffentlichen:

"Seit Wochen befinden wir uns in einer Spirale nach unten. Kein Vertrauen, kein Glaube an die Mannschaft und im Team, schlechte Stimmung und Pessimismus in den Foren und der Halle. Wir haben Rückschläge in jeder Beziehung gesammelt, mit dem Tiefpunkt der Entlassung unseres Meistertrainers. Für jeden von uns hat der Verein jedes einzelne Spiel ein bisschen von dem Zauber der letzten Jahre verloren. Man ist nicht mehr mit einem Lächeln zu den Spielen gegangen. Ein bisschen Stolz ist verloren gegangen, die gegnerischen Fans nehmen uns nicht mehr ernst und auch wir glauben nicht mehr an die Playoffs! Lasst uns die Saison ordentlich beenden, im Sommer wird dann alles besser, es ist schon zu spät! Nein - das bin nicht ich, das sind nicht wir, Playoffs ohne die Baskets aus Oldenburg gibt es nicht!

Meine Playoffs, unsere Playoffs beginnen heute Abend um 20 Uhr, knapp zwei Monate, 54 Tage, 10 Spiele, 400 Minuten, 7 Siege. Das muss unsere Mission sein. Die Gegner sind schwer und sieben Siege schafft man nicht in den letzten zehn Spielen? Erinnert ihr euch? 2008 erreichten die Baskets nach lange durchwachsener Hauptrunde 7:3 Siege in den letzten zehn Spielen und die Playoffs.

Die Playoffs lohnen sich nicht von Platz 8 aus, weil man dann gegen Bamberg spielt? Erinnert ihr euch?! Playoffs 2008, Runde 1 gegen Bamberg, den Meister. Oldenburg ist berechenbar war zu lesen und keine zwei Wochen später tanzten die Fans auf dem Parkett die Humba.

Nach einigen Niederlagen, die Mannschaft wirkt ausgelaugt, wie soll man da etwas erreichen? Erinnert ihr euch? 2009 vier Niederlagen am Ende der Hauptrunde, unter anderem gegen die Dragons, kein auswärtiger Fan hat auf die Baskets gesetzt und 8:3 Siege später standen die Baskets in Spiel 5 der Finals.

Es ist keine Hoffnung bei uns, die Mannschaft lebt nicht, die Mannschaft hat kein Vertrauen? Erinnert ihr euch? 23 Sekunden vor dem Ende von Spiel 5, seht ihr den leeren Blick von Rickey, als er Richtung eigene Hälfte läuft, aber wir haben nicht aufgesteckt, alle haben gestanden, gepfiffen, gejohlt und EJ Rowland wirft beide Freiwürfe daneben, hört ihr das Baskets...Baskets und den Lärm, als Jason den Korbleger mit Foul trifft?

Wir können in diesem Jahr keine Defense, aber erinnert ihr euch? Gardner, nie für seine Defense bekannt, liegt quer in der Luft holt den Steal seines Lebens und ermöglicht die Freiwürfe zur Führung.

Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, der Druck ist unglaublich hoch, es kann schon bald alles vorbei sein, aber erinnert ihr euch? 4 Sekunden, in denen wir, die Mannschaft, die Baskets alles verlieren konnten. Bonn mit dem Einwurf von der Mittellinie und der Chance zum Sieg. Ich kann es noch hören: Defense... Defense mit aller Leidenschaft, aller Verzweiflung, und ja, auch die Hoffnung war jetzt wieder zu hören, nie war es so laut, nie so emotional und Je´Kel holt den Steal zur Sensation. Das ist Oldenburg, das sind meine Baskets und das sind wir Fans.

Heute beginnen unsere Playoffs, Bremerhaven wird mit 250 Fans in die Arena kommen, also schaut euch noch einmal das Finale 2009 an, packt eure Utensilien aus, zieht euch eure Playoffshirts an. Seid schon 20 Minuten eher in der Halle, stachelt eure Freunde für dieses Spiel an, der Fanblock singt schon deutlich vor Spielbeginn, der Hallensprecher peitscht die Halle nach vorne. Heute ist Spiel 1 unserer Playoffs und damit ist alles vergessen was bisher war, eine neue Saison beginnt, also lasst es die Mannschaft spüren über 40 Minuten.

Playoffs sind ein Abenteuer und man weiß vorher nie wie es endet, aber holen wir uns unseren Stolz zurück, bringen wir das Lächeln und die Emotionen zurück in unsere Arena, sorgen wir dafür, dass wieder eine Einheit entsteht. Wir Mannschaft und Fans gemeinsam können es immer noch schaffen.
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